Software
Dragon Systems NaturallySpeaking
 
 
Momentan steht hier zwar noch keine Kritik der aktuellen Version, diese unterscheidet sich aber vor allem in der Genauigkeit, die Bedienung ist weitgehend identisch geblieben. Hinzugekommen sind einige Funktionen, wie die Möglichkeit, mit allen Versionen des Programms in alle Anwendungen hinein diktieren zu können. Sie können also auch aus diesem Test einiges über die aktuelle Version erfahren.
Weitere Fragen - z.B. per Mail - werden natürlich gerne beantwortet!

Dragon Systems 
NaturallySpeaking 2.02 Standard/Preferred 
 
Sprechmodus kontinuierlich
Aktiver Wortschatz 
Wortschatz erweiterbar auf
50000 
50000 (bei Hinzufügen von neuen Wörtern werden alte inaktiv)
Passiver Wortschatz (Lexikon) 280000
Korrektur durch Sprache Ja (sehr gut integriert)
Desktop-Navigation Nein
Diktat in andere Anwendungen Nein / Microsoft Word in Preferred Ed.
Textbausteine erstellen minimal
Makrofähigkeit nein
Eigene Makros erstellen nein
Mitgeliefertes Mikrofon 
(Qualität)
VXI "wire loop" 
(gut)
Trainingsdauer 
Qualität der Trainingstexte
20-60 Minuten 
unterhaltsam
Mehrere Benutzer Preferred Ed.
Installation +
Erkennungsgenauigkeit +
Besonderheiten hervorragende Korrektur-Integration, Konfigurierbarkeit und Transparenz (siehe Kommentar)
 
 
 
 Dragon Systems NaturallySpeaking 2.02 / 2.2 
Dragon NaturallySpeaking erschien vor über einem Jahr auf dem deutschen Markt. Es gehört damit neben ViaVoice zu den Klassikern der kontinuierlichen Spracherkennung. Obwohl es preislich deutlich über seinem Konkurrenten ViaVoice lag, fand es trotzdem viele Anhänger und schnitt in einigen Vergleichstests deutlich besser ab als das Produkt von Big Blue. 

Leistung & Komfort 

Bei mit ViaVoice vergleichbarer oder leicht besserer Erkennungsleistung kann das Programm vor allem in Sachen Bedienungskomfort überzeugen. Wenngleich nur in den programmeigenen Editor diktiert werden kann, so ist innerhalb dessen jedoch vollständige Navigation, Formatierung und Korrektur per Sprache möglich. Wie mittlerweile viele andere Produkte unterscheidet NaturallySpeaking dabei diktierten Text von gesprochenen Befehlen durch kurze Pausen, die um die Befehle herum gemacht werden müssen. Bei neueren Programmen gibt es oftmals die Möglichkeit, Befehle zu formatieren oder korrigieren auf mehrere verschiedene Arten zu sprechen. Auf eine solche Möglichkeit muß man hier verzichten, dafür kommt es aber auch praktisch überhaupt nicht vor, daß ein Formatierungsbefehl als Diktat mißverstanden wird. 

Darüber hinaus sind die gebräuchlichsten Kommandos auch konfigurierbar, so daß man das Programm gut an die eigenen Gewohnheiten anpassen kann. Diese Möglichkeiten zur Konfiguration sind allerdings nicht dokumentiert, sie können aber nach etwas Suche im Netz gefunden oder zum Beispiel von uns erfragt werden. 

Durch die vollständige Implementation der sprachgesteuerten Textbearbeitung ist es während es Diktierens meistens überhaupt nicht mehr notwendig, zur Tastatur oder zur Maus zu greifen; wenn ein falsch erkanntes Wort korrigiert wird, wird automatisch eine Auswahlliste der Alternativen eingeblendet, die das Programm ebenfalls für wahrscheinlich hält. In den meisten Fällen findet sich hier das richtige Wort - beziehungsweise der gesamte richtige Ausdruck, den zur Korrektur können auch mehrere Worte auf einmal ausgewählt werden. So können oftmals auch mehrere Fehler auf einmal korrigiert werden, was viel Zeit spart. 

Wortschatz 

Der aktive Wortschatz von 50.000 Wörtern wird bei Programmstart komplett in den Speicher geladen, weshalb als Mindestausstattung ein Systemspeicher von 48, besser 64 MB anzusehen ist. Andererseits ist durch diese Methode das Programm auch bereits ab einem Pentium 200 MMX in der Lage, der Sprache des Benutzers in Echtzeit zu folgen. Der aktive Wortschatz wird durch ein Lexikon von 280 000 Wörtern unterstützt, welches immer dann ins Spiel kommt, wenn Korrekturen durchgeführt werden. Alternative Vorschläge kommen dann nicht nur aus den 50 000 aktiven Wörtern, sondern aus dem gesamten Lexikon. 

Auch im Bereich des Wortschatzes kann NaturallySpeaking durch Transparenz punkten: der gesamte Wortschatz (nicht nur die hinzugefügten Wörter) kann vom Benutzer eingesehen und bearbeitet werden. Natürlich ist auch in NaturallySpeaking ein Programm zur Abstimmung von Wortschatz und Wortgebrauch auf die Gewohnheiten des Benutzers enthalten. 

Gut integriert ist auch die Möglichkeit des Trainierens falsch erkannter Ausdrücke: wird ein korrigierter Fehler trainiert, so wird man nicht nur aufgefordert, dem neuen Ausdruck zu sprechen, sondern auch den fälschlich vom Programm erkannten. So ist das Programm in der Lage in Zukunft besser zwischen den beiden Ausdrücken zu differenzieren. 

Features 

Bei der Version 2.02 (Personal) muß der Benutzer auf eine Wiedergabe des von ihm gesprochenen Textes verzichten. Diese Funktion sowie die Möglichkeit zum Vorlesen von Texten ist in der Preferred-Version enthalten, mit welcher auch ein direktes Diktieren in Microsoft Word möglich ist. Die Professional Version bietet darüber hinaus noch umfangreiche Makro-Fähigkeiten und komplette Desktop-Navigation durch Integration des diskreten Spracherkenners Dragon Dictate. Letzteres dürfte - zumindest unter Juristen, dem Berufsstand der Spracherkennungsprodukte wohl schon am längsten nutzt -schon seit Jahren eine Marktführer-Position innehaben. 

Apropos Juristen: schon fast selbstverständlich vor den eben genannten Hintergrund ist es, daß viele juristische Ausdrücke sowie Namen von Gesetzen und Verordnungen bereits im Grundvokabular enthalten sind. 

Das beigelegte Mikrofon ist ein Produkt von VXI und läßt die bei IBM mitgelieferten Pendants in Sachen Genauigkeit, Positionierbarkeit und Tragekomfort deutlich hinter sich. Hier hat Dragon Systems eindeutige eine Entscheidung zu qualitativ hochwertigeren Mikrofon auf Kosten des Gesamtpreises getroffen. 

Fazit 

Insgesamt ist dieses schon etwas ältere Produkt auch heute noch eine sehr ernstzunehmende Konkurrenz für die jüngsten Entwicklungen anderer Hersteller. Die gute Konfigurierbarkeit und der hohe Bedienungskomfort lassen ein stundenlanges, bequemes Arbeiten zu. Besonders gespannt darf man deshalb auf die ab Anfang Dezember zu erwartende Version 3 sein, von der aus den USA bereits zu hören ist, daß sich die Erkennungsgenauigkeit noch einmal erheblich verbessert hat. Auch direktes Diktieren in fast alle Anwendungen wird dann vermutlich auch in den preisgünstigen Versionen bereits enthalten sein.

Übrigens: Die Funktionen der hier getesteten Software bekommen Sie mittlerweile in Form von GData PowerDictate 2002 erheblich günstiger - sehen Sie doch mal in unserer Preisliste nach!

 
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